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Ein Freudentag für die Stadt- und Hauptkirche


Eine Nachbetrachtung zum 1. Benefizkonzert am 14.04.2007 zu Gunsten
der Stadt- und Hauptkirche in Gubin

von Hans Joachim Kuchling

Vor dem 1. Benefizkonzert zu Gunsten des Wiederaufbaus der Stadt- und Hauptkirche in Gubin, veranstaltet vom Gubener Stadtchor und dem Chor "Gloria Domine", stehe ich vor den künftigen Neisseterrassen mit dem Blick über die Neisse zur Ruine der Stadt- und Hauptkirche, da war mir, als hörte ich folgendes Zwiegespräch beider Kirchen:

"He grosse Schwester, warum so traurig, heut ist doch ein Freudentag für dich", säuselte die Klosterkirche. "Ja schon. Aber wie soll ich mich freuen? Schau mich doch an! Ich bin doch nur noch ein Schatten meiner selbst. Seit meiner Fertigstellung in der jetzigen Form um 1557, habe ich alle Verwüstungen und Kriegswirren, die Guben heimsuchten, nahezu schadlos überstanden. Aber dann kam im Frühjahr 1945 die völlig sinnlose Zerstörung der Altstadt auch mit meinem Ende", kam prompt die wehmütige Antwort.

"Aber, aber, grosse Schwester, jammern bringt dich auch nicht zu neuem Glanz. Du solltest dich glücklich schätzen, dass du nicht länger ein Mahnmal gegen Krieg und Völkermord bleiben sollst, sondern durch grossartige Initiativen auf beiden Seiten der Neisse, zu neuem Leben erweckt wirst. Die vielen Aktivitäten zum Wiederaufbau, gelenkt durch eine Stiftung auf polnischer Seite und dem deutschen Förderverein, haben doch schon viele Bürger zur Mitwirkung erfasst", munterte die Klosterkirche auf.

"Nun, wenn ich das alles so recht bedenke, geben mir deine Argumente neuen Mut", lenkte die Ruine ein, "in Kürze bekommt ja auch mein Turm eine neue Haube. Damit ist ja eigentlich der Anfang zur Wiedergeburt gemacht."

"Na also. So gefällst du mir schon besser!", erwiederte die Klosterkirche. "Nun schau aber, wie viele Menschen, von beiden Seiten der Neisse, an diesem, schönen Frühlingsabend das 1. Benefizkonzert hören wollen."

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Auch ich begab mich zur Kirche und fand kaum noch einen Platz, so gut hatte sich der Kirchenraum gefüllt. Unter den Klängen der Orgel, gespielt vom jungen Organisten Albert Bezdziczek aus Gubin, betraten beide Chöre harmonisch die Bühne zum Eröffnungslied "Canticorum Jubilo", welches in einer erstaunlichen Klangfülle vorgetragen wurde.

Nach den Begrüssungsworten des Leiters der Sparkasse Guben, Herrn Kalinke und dem Gubiner Bürgermeister, Herrn Bartczak, schloss sich ein anspruchvolles Programm an.

Im ersten Gesangsteil des Chores "Gloria Domine", beeindruckte besonders die schöne Solo-Stimme von Halina Nodzak.

Der folgende erzählerische, mit Bildern untersetzte Rundgang um die Stadt- und Hauptkirche wurde von den beiden jüngsten Chormitgliedern Marie und Lukas gekonnt vorgetragen.

War es Lampenfieber, das die stimmliche Reinheit im 1. Gesangsteil des Stadtchores beeinflusste? Dafür gelang aber der Solo-Part von Katrin Jente und Wolfgang Dietrich im Lied "Es schlagen freudig unsere Herzen" recht gut.

Beide Chöre steigerten sich im Laufe des Abends aber zu einer bemerkenswerten Leistung.

Besonders beeindruckten mich der Chor Niewolnikow (Chor der Gefangenen) von G. Verdi, dargeboten vom Chor "Gloria Domine" und die Lieder "Die Himmel rühmen" und "Schon die Abendglocken klangen", gesungen vom Stdtchor Guben.

Dazwischen gaben Frau Jana Wilke und Herr Jozef Winiszewski einen Überblick über die Historie der Stadt- und Hauptkirche, seit ihrem Ursprung, etwa im Jahr 1190.

Auch das Preludium c-dur, vorgetragen von Albert Bezdziczek am Klavier und seiner jungen Schwester Alicja, Violine, begeisterten das Publikum.

Der gemeinsame Auftritt beider Chöre, zum Schluss des Konzertes, gestaltete sich zu einem besonderen Höhepunkt.

Während des Liedes "Can't help falling in Love" gaben die Chöre und auch die Zuhörer, stehend, mit einander gefassten Händen dem Motto der Veranstaltung "Chöre bauen Brücken der Verständigung" einen symbolischen Sinn.

Dieses Gedankengut kam auch in den Worten zum Ausklang, vorgetragen von Frau Monika Wachsmann und Frau Maria Gajewska, eindrucksvoll zum Ausdruck.

Beiden Chören, unter der Leitung von Halina Nodzak, gebührt ein "Grosses Dankeschön", wenn man weiss, wieviel Fleiss und Mühe zum Gelingen eines solchen Konzertes nötig sind.

Hajo Kuchling


Vielen Dank!


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