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Startseite Kirche Bauhütte Kirche Gubin 7.1. Grundlage des Nutzungskonzeptes

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Bauhütte Kirche Gubin Historisches Zeittafel Rys historyczny

erstellt durch Vorwort 1. Einleitung 2. Zum Ort 3. Aufgabenverständnis 4. Zusammenfassung der Analyse und Prämissen 5. Konzept 6. Konzeptbausteine 6.1.1. Bauhütte, Ausgangssituation 6.1.2. Bauhütte, Aufgabe und Struktur 6.1.3. Bauhütte, Finanzierung 6.1.4. Bauhütte - Der Turm - 6.2. Zentrum für Kommunikation und Kultur 6.2.1. Ausgangssituation 6.2.2. zum Ausbaukonzept 6.3. Archiv für Kulturerbe 7. Nutzungs- und Betreiberkonzept 7.1. Grundlage des Nutzungskonzeptes 7.2. Betreiberstruktur 8. Zeit- und Maßnahmenplan Nächste Schritte Internationaler Architektenwettbewerb 2013 Ergebnis des Architekturwettbewerbes Die 10 Gedanken

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7.1. Grundlage des Nutzungskonzeptes


Das Büro des Zentrums für Kultur und Kommunikation
Neben dem Kulturhaus, das für den Betrieb mit Veranstaltungen auf lokaler Ebene, die Gebäudeunterhaltung und das Gebäudemanagement verantwortlich ist, wird ein Büro im Zentrum für Kultur und Kommunikation eingerichtet. Dieses Büro, ausgestattet mit einer Person, ist für das Kultur- und Veranstaltungsmanagement zuständig, das über den lokalen Rahmen hinausgeht.

Das Büro betreibt nicht allein Veranstaltungsmanagement, sondern soll sich als Schnittstelle zur regionalen Entwicklung im Bereich kulturelles Erbe etablieren. Die Funktion des Büros geht dementsprechend aus den Aktivitäten des Kulturmanagements der Bauhütte hervor.

Das Büro ist verantwortlich für:
• Erhaltung und Weiterentwicklung der Kontakte zu den wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, um die Kirche als Standort für Ausstellungen, Seminare, Konferenzen und andere Fachveranstaltungen langfristig zu etablieren.
• Initiierung und Einwerbung von Fachveranstaltungen, Konzeption und Entwicklung von Angeboten
• Konzeption und Projektanbahnung von kulturellen Projekten mit regionalem und überregionalem Bezug
• Entwicklung von Angeboten für Kooperation von Schulen bzw. Angeboten an Schulen zur Nutzung des Medienraumes mit Sprachlernprogrammen, IT-Training etc.

Informationsbüro
An das Büro sollte als öffentlich zugängliche Stelle in der Kirche ein Stadt- und Kulturinformationsbüro angeschlossen werden, dass Informationen vermittelt an:

• Touristen und Besucher der Doppelstadt
• Nutzer des Kulturangebotes in der Region

Es kann zukünftig vorhandene Aktivitäten wie das geplante Gubiner Tourismus- und Wirtschaftsinformationsbüro in der ehemaligen Grenzabfertigungsstelle integrieren und mit dem Gubener Marketing- und Tourismusverein, der die Stadtinformation in Guben betreibt, kooperieren.

Freiraum – das Kirchenschiff
Das Kirchenschiff bietet Raum für verschiedene Veranstaltungen. Das Konzept des Freiraums baut darauf auf, die Nutzungsmöglichkeit des Raumes multifunktional, offen und flexibel zu halten und keine festen Einbauten und Vorrichtungen z.B. für Bühnentechnik etc. vorzusehen. Dies schließt nicht aus, dass im Interesse des Denkmalerhalts bestimmte grundsätzliche Versorgungsleitungen und funktionale Ausstattungen fest in das Bauwerk integriert sind. (Dies minimiert die Gefahr, dass jeder Veranstalter neue Haken und Ösen für Leitungen in die Kirche „nagelt".) Damit verringern sich die Anforderungen an den Ausbaustandard des Raumes und der Konkurrenzsituation mit anderen Konzert- und Veranstaltungsräumen bis 500 Personen, wie der Saal im Kulturhaus, das Angebot in Guben und den anderen existierenden Angeboten in der Region wird Rechnung getragen.

Varianten Bestuhlung Kirchenschiff
Es wird eine flexible Bestuhlung für Veranstaltungen, die einen Blick auf die Bühne verlangen für bis zu ca. 200 Personen und eine vollständige Bestuhlung z.B. für Konzerte bis zu 1.000 vorgesehen. Als Bühne sind variable und transportable Bühnenelemente vorgesehen.
Neben dieser Grundausstattung für Veranstaltungen kann der Raum zu anderen künstlerischen Veranstaltungen genutzt werden, wie Workshops, Sommerschulen (Bildhauer/Steinmetzarbeiten, Malerei, Theater) etc. Die Aktivitäten im Kirchenschiff greifen bei Bedarf auf die Räume im Foyer und in der Sakristei zurück bzw. andersherum.

Ausstellungen
Das Büro des Zentrums für Kultur und Kommunikation sollte sich dauerhaft als Organisator von Ausstellungen in den eigenen Räumen etablieren. Die Ausstellungen werden vom Büro kuratiert und betreut. Der existierende Ausstellungsraum in der Galerie im Kulturhaus kann aufgegeben werden und die Räumlichkeiten für Ausstellungsvorbereitung, zusätzliche Arbeitsräume etc. genutzt werden. Die Aufsicht und Betreuung der Ausstellung kann vom vorhandenen Personal des Kulturhauses übernommen werden.

Folgende Ausstellungen kommen in Betracht:
• Turm: Dauerausstellung zur Geschichte der Kirche und des Ortes. Diese Ausstellung könnte aus den Aktivitäten des Fördervereins entstehen und von diesem betreut werden.
• Seitenkapellen: Dauerausstellung mit wechselnden Schwerpunkten zum Thema Kulturerbe in der Region. Die Ausstellungen können z.B. Ergebnisse gemeinsamer Forschungen von Wissenschaftlern in der Region präsentieren. Ein Themenschwerpunkt ist die Erfassung und Dokumentation anderer zerstörter und bedrohter Kulturdenkmäler insbesondere der Kirchen in der Region.
• Ausstellungsraum und Kirchenschiff: Wechselausstellungen

Funktion und Aufgabe des Gubiner Kulturhauses
Mit dem Kulturhaus wird funktional und finanziell die Grundsicherung der Einrichtung erreicht. Die Funktionen und Räume, die das Kulturhaus gegenwärtig in der zweiten Etage unterhält werden bis auf die Aktivitäten, die mit der Nutzung des Saales im ersten Stock im Kulturhaus verbunden sind, in die Kirche verlagert. Dies umfasst:
• Leitung (1 Person),
• Sekretariat und Buchhaltung (2 Personen) sowie
• Büroarbeitsplätze für die Mitarbeiter der einzelnen Bereiche (3 Personen) (zwei Büroeinheiten mit insgesamt 40 qm)
• Bereitstellung von einem modern ausgestatteten Technikraum für Aufnahmen etc.
• Nutzung der Multifunktionsräume bzw. der Seminarräume für Musik- und Tonaufnahmen, Jugendarbeit, Schach, Vorbereitung Theater etc.

Das Gebäudemanagement und die -unterhaltung wird von der Leitung des Kulturhauses und den dort beschäftigten technischen Mitarbeitern übernommen (2 Personen). Die Betreuung der technischen Einrichtung (Veranstaltungstechnik) wird von dem Mitarbeiter übernommen, der derzeit für das Aufnahmestudio zuständig ist. Im Alten Rathaus verbleibt der Saal, der für Tanzkurse, Theater, Aufführungen, Kino und Konzerte genutzt wird. Die mit der Saalnutzung verbunden Funktionen, insbesondere für das Theater, wie Nähwerkstatt, Fundus etc. aus der zweiten Etage werden in den nicht mehr benötigten Seminarraum in der ersten Etage verlagert. Das Büro, das gegenwärtig von der Stiftung genutzt wird, kann die Werkstatt des Gebäudemanagements aus der zweiten Etage aufnehmen.

Aufgaben des Kulturhauses:
• Gebäudemanagement und Unterhaltung
• Vermietung und Betrieb, Abrechnung der Betriebskosten im Auftrag des Eigentümers der Stadt Gubin
• Organisation von Veranstaltungen, Konzerten, Märkten in und um die Kirche in Kooperation mit dem Büro im Zentrum für Kultur und Kommunikation
• Marketing und Vertrieb

Boarding-Haus Altes Rathaus in Gubin
Um für Interpreten bei Veranstaltungen, für Teilnehmer von Seminaren und Workshops etc. Übernachtungsangebote anbieten zu können, wird in der frei gewordenen zweiten Etage ein Boarding Haus mit ca. 10 Einzel- oder Doppelzimmern eingerichtet.
Das Boarding-Haus sollte zusammen mit dem Restaurant im Erdgeschoss betrieben werden. Sinnvoll wäre eine neue Ausschreibung beider Einrichtungen als Paket in 5 Jahren, wenn der Pachtvertrag mit dem jetzigen Pächter des Restaurants ausläuft.

Zur Finanzierung des Umbaus können Mittel aus dem Regionalen Operationellen Programm der Woiwodschaft Lubuskie beantragt werden, die eine Förderung von Maßnahmen zur Erweiterung der Übernachtungskapazitäten und den Bau und die Modernisierung von Gastronomie in Objekten mit lokaler und regionaler Besonderheit in der Priorität 5, Maßnahme 5.1 mit 50% ermöglichen.

Umfeld
Die Entwicklung der Kirche sollte einen Bezug zwischen Innenraum und Außenraumherstellen (Architektur). Der koordinierten und abgestimmten Entwicklung im Umfeld der Kirche kommt deshalb eine besondere Rolle zu. Im Rahmen des deutsch-polnischen Projektes „Grüner Pfad" Gubin-Guben ist die Umgestaltung des ehemaligen Marktplatzes als Vorplatz der Kirche eingeplant. Daran anschließend empfiehlt sich eine verbesserte räumliche Anbindung an die Neißebrücke und die Frankfurter Straße in Guben. Eine Gestaltung mit einheitlichem Bodenbelag und Durchwegung würde die Entwicklung des Standortes unterstützen.
Die historische Stadtmitte soll mit der Entwicklung der Kirche einen Impuls bekommen. Sie ist selber ein Beispiel für verlorenes Kulturerbe und ihre weitere Entwicklung sollte auch durch die Aktivitäten in und um die Kirche gestützt werden.
Für die Fläche der historischen Altstadt und die direkt an das Kirchenumfeld angrenzenden Baublöcke liegt ein Bebauungsplan vor. Unterschiedliche Vorstellungen von Bauherren und öffentlicher Verwaltung wie auch Probleme der Finanzierung haben in den letzten Jahren aber eine weitere Entwicklung verhindert. Ausgehend von Erfahrungen in polnischen Städten
(z.B. Allenstein) und deutschen Städten (z.B. Kassel) mit dem Wiederaufbau von historischen Stadtkernen sollte initiiert durch die Bauhütte ein Entwicklungskonzept entwickelt werden.
Die Bebauung des Marktplatzes in Lübben (Konzept Nagler und Partner mit insar consult) könnte hier als Beispiel fungieren.


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