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Bauhütte Kirche Gubin Historisches Zeittafel Rys historyczny

erstellt durch Vorwort 1. Einleitung 2. Zum Ort 3. Aufgabenverständnis 4. Zusammenfassung der Analyse und Prämissen 5. Konzept 6. Konzeptbausteine 6.1.1. Bauhütte, Ausgangssituation 6.1.2. Bauhütte, Aufgabe und Struktur 6.1.3. Bauhütte, Finanzierung 6.1.4. Bauhütte - Der Turm - 6.2. Zentrum für Kommunikation und Kultur 6.2.1. Ausgangssituation 6.2.2. zum Ausbaukonzept 6.3. Archiv für Kulturerbe 7. Nutzungs- und Betreiberkonzept 7.1. Grundlage des Nutzungskonzeptes 7.2. Betreiberstruktur 8. Zeit- und Maßnahmenplan Nächste Schritte Internationaler Architektenwettbewerb 2013 Ergebnis des Architekturwettbewerbes Die 10 Gedanken

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6.1.1. Bauhütte, Ausgangssituation


Analyse und Bewertung
An der Stadt- und Hauptkirche sind bislang verschiedene Untersuchungen und erste notwendige Sicherungsarbeiten durchgeführt worden. Das denkmalpflegerische Gutachten schlägt ein Vorgehen in zwei Schritten vor. Zuerst sollte eine Sicherung und dann der endgültige Aus- und Umbau erfolgen. Als notwendige weitere Untersuchungen sollten u. a. eine verformungsgetreue Bauaufnahme, statische Untersuchungen zu Wänden, Boden und Fundamenten, sowie eine Schadenskartierung als Grundlage für eine Bewertung und Ableitung von Maßnahmen zur denkmalgerechten Sanierung durchgeführt werden. Ergänzend sind die restauratorischen Fragen und die damit verbundenen möglichen Lösungen zur langfristigen Sicherung zu klären. Auf der Grundlage dieser Vorarbeiten können die weitergehenden Fragen des Umbaus, beispielsweise des Daches, bearbeitet und beantwortet werden.

Wissenschaftlich-fachlicher Austausch
Die Konferenz „Ruinen der Sakraldenkmäler — Schutz und Anpassung an neue Funktionen" vom November 2008 hat zum zweiten Mal deutsche und polnische Fachleute am Ort der Kirche versammelt. Der fachliche Austausch soll vertieft und intensiviert werden. Mit der Universität Zielona Góra, der Universität Wroclaw, der Universität Viadrina Frankfurt/Oder und der BTU Cottbus sind wissenschaftliche Institutionen in die fachliche Auseinandersetzung eingebunden und haben bereits grundlegende Analysen etc. beigesteuert. Im Februar 2009 wurde auf Initiative des Amtes für Denkmalpflege der Woiwodschaft ein Expertenbeirat gegründet, der die weiteren denkmalpflegerischen Arbeiten begleiten wird. Deutsche Fachbehörden, wie die Landesdenkmalämter Brandenburg und Berlin haben ihre Bereitschaft zur inhaltlichen Unterstützung und Begleitung des Prozesses angeboten.

Beispiele und Erfahrungen
Die Stadt- und Hauptkirche steht stellvertretend für eine Vielzahl zerstörter sakraler Gebäude. In der Vergangenheit wurden in Deutschland und Polen, aber auch europaweit, Erfahrungen mit dem Erhalt und Umbau derartiger Monumente gemacht. Beispiele sind hier Gdańsk und Elbląg in Polen und jüngere deutsche Beispiele wie Müncheberg oder Beeskow, wo der Wiederaufbauprozess noch im Gange ist.
Insbesondere in West-Polen existiert noch eine große Anzahl von Gebäuden, für die eine adäquate Aufarbeitung ihrer Geschichte und die Entwicklung möglicher Sicherungs- und Revitalisierungsstrategien noch ausstehen. Generell gilt, dass jedes Gebäude seine eigene Geschichte hat und einer angepassten Strategie bedarf.

Innovation und Transfer
Die Fragen, die sich bei der Auseinandersetzung mit einem Denkmal in ruinösen Zustand stellen, sind vergleichbar. Die Maßnahmen und Techniken, die bei einer Erhaltung und Entwicklung zur Anwendung kommen, stellen sich aber immer entsprechend des spezifischen Zustandes, der Eigenart und des Befundes des Bauwerkes dar. Neue Technologien werden entwickelt und neue Erkenntnisse entstehen — sowohl in der Analyse wie bei den bautechnischen Lösungen. Für die verschiedenen Disziplinen, Bau- und Kunstgeschichte, Architektur, Bauingenieurwesen — Theoretiker und Praktiker — sowie für das Handwerk sind hier der Transfer und Austausch von innovativen Techniken und Erfahrungen von besonderer Bedeutung.

Zusammenarbeit und gemeinsames Erbe
Die Stadt- und Hauptkirche bietet bereits heute die Möglichkeit der praktischen und aktiven Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Die Aufgaben zur Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes werden von verschiedenen Seiten und Institutionen unterstützt. Zu nennen sind hier die deutsch-polnischen Jugendbauhütten, gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und das Projekt Memoria der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft.

Das gemeinsame Bauen und Erhalten hat eine wichtige Funktion, Gemeinschaft und Verantwortung zu fördern.

Für die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe der Region finden sich bereits konkrete Ansätze. An erster Stelle die Universität Zielona Góra, die ihre Bereitschaft für weitere Unterstützung z.B. in Form von Untersuchungen zugesagt hat sowie die Bereitschaft der Baugeschichtsforschung der Universität Cottbus in Kooperation mit der Universität Zielona Góra an der Entwicklung der Kirchenruine in Gubin mitzuarbeiten. Weitergehend beschäftigen sich Historiker der Universitäten Zielona Góra und Cottbus mit der Geschichte der Region. Dies sind eine Vielzahl von Ansätzen, auf die eine Kooperation aufbauen kann.

Koordination und Betreuung
Die Aufgabe des Erhaltes und des Aus- und Umbaues einer Kirchenruine braucht eine kontinuierliche Betreuung, fachliches Know-how und ein effektives Management. Da keine übergeordnete Institution wie z.B. ein kirchliches Bauamt zur Verfügung steht, ist es unablässig für den weiteren Prozess ein effektives Projektmanagement einzurichten.
Neben den Aufgaben die den Bau betreffen, sind eine Vielzahl von Maßnahmen in und um die Kirchenruine zu organisieren. Die Veranstaltungen, Benefizaktivitäten und Märkte, die bisher durchgeführt wurden und dazu dienen, die Kirchenruine als lebendigen Ort im Bewusstsein insbesondere der lokalen Bevölkerung zu verankern, stellen eine wichtigen Baustein zur Aktivierung des Gebäudes dar und müssen ausgebaut werden. Dies erfordert ein kulturelles Management.

Beides, Projektmanagement und kulturelles Management, erfordert eine integrierte Konzeption zur Beantragung, Einwerbung und Verwaltung von öffentlichen Fördermitteln.


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