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Startseite Kirche Bauhütte Kirche Gubin 4. Zusammenfassung der Analyse und Prämissen

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Bauhütte Kirche Gubin Historisches Zeittafel Rys historyczny

erstellt durch Vorwort 1. Einleitung 2. Zum Ort 3. Aufgabenverständnis 4. Zusammenfassung der Analyse und Prämissen 5. Konzept 6. Konzeptbausteine 6.1.1. Bauhütte, Ausgangssituation 6.1.2. Bauhütte, Aufgabe und Struktur 6.1.3. Bauhütte, Finanzierung 6.1.4. Bauhütte - Der Turm - 6.2. Zentrum für Kommunikation und Kultur 6.2.1. Ausgangssituation 6.2.2. zum Ausbaukonzept 6.3. Archiv für Kulturerbe 7. Nutzungs- und Betreiberkonzept 7.1. Grundlage des Nutzungskonzeptes 7.2. Betreiberstruktur 8. Zeit- und Maßnahmenplan Nächste Schritte Internationaler Architektenwettbewerb 2013 Ergebnis des Architekturwettbewerbes Die 10 Gedanken

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4. Zusammenfassung der Analyse und Prämissen


Die Analyse umfasste eine Betrachtung des Gebäudes, die Zusammenstellung vergleichbarer Beispiele, die Gegenüberstellung verschiedener Varianten des Umbaus, eine Standortanalyse und potentielle Nutzungsmöglichkeiten sowie die Erhebung bereits vorhandener Angebote aus dem Bereich der bislang geäußerten Nutzungsvorstellungen.

Folgende Ergebnisse wurden als Grundlage für die weitere Diskussion festgehalten und bilden die Prämissen des Konzeptes:

Gebäude: Erhalt oder Umbau
Die Idee des Erhalts der Kirchenruine als reines Mahnmal für die Verheerungen der Geschichte findet lokal und regional kaum Akzeptanz. Zu stark sind die Projektionen auf diesen Ort als ein Symbol für die Zukunft und nicht ausschließlich der Vergangenheit. Für die Einen, vor allem die Jüngeren in Gubin, ist der Bereich der Stadtkirche der Ort des Zentrums, dessen Reaktivierung ein Zeichen für neue Perspektiven der Stadt wäre. Für die anderen, stärker emotional besetzt, stellt die Sanierung der Stadtkirche einen Katalysator dar, um mit den Brüchen der Geschichte umzugehen. Für alle, jüngere und ältere Einwohner, Gubener und Gubiner, ist der Bereich der Stadtkirche ein Ort, der neben der Theaterinsel der gemeinsame Bezugspunkt ist, auf den Vorstellungen und Hoffnungen für ein tolerantes Miteinander projiziert werden. Darüber hinaus wird das Gebäude als Leuchtturm verstanden, das der gesamten Region Bedeutung verleihen könnte. Da kein Bedarf an einer übergeordneten Funktion und Nutzung der Stadtkirche besteht, sollte die zukünftige Nutzung aus dem besonderen Ort der Kirche und ihres Charakters entwickelt werden. Die Bedeutung des Denkmals beinhaltet hier einerseits Verpflichtungen, andererseits eröffnet die hohe Bedeutung aber auch besondere Entwicklungschancen. Der sensible Umgang mit dem historischen Baukörper und die Integration von neuen Nutzungen verlangt eine hohe Professionalität. Die Erlebbarkeit des Monuments in Verbindung mit zeitgenössischen Nutzungen kann dabei auch neue Wege eröffnen und zu neuen, bislang ungewohnten Lösungen führen.

Inhalt: Bedarf und Nutzung
Für das ca. 1.250 qm große Kirchenschiff, die Sakristei und den Turm stehen bisher keine größeren Hauptnutzer zur Verfügung. Alle in den vorherigen Abstimmungen geäußerten Nutzungsvorstellungen liegen, mit Ausnahmen der Vermietung für Feste und bestimmte kulturelle Veranstaltungen im Wesentlichen im Non-profit Bereich. Eine mögliche Nutzung als Veranstaltungssaal mit ca. 200 Sitzplätzen steht in starker Konkurrenz zu anderen Angeboten in Guben und Gubin sowie in der Region beiderseits der Neiße. Die bis zu 1.000 möglichen Sitzplätze eignen sich nur für musikalische Aufführungen und müssten sich in direkter Konkurrenz zu
Zielona Góra, Cottbus und Frankfurt (Oder) behaupten. Mit dem Kulturhaus Gubin existiert aber ein Nutzer, der in Teilen Räumlichkeiten nutzen könnte und darüber hinaus als Betreiber bzw. für das Gebäudemanagement zur Verfügung steht. Deshalb geht die Zuordnung von Aufgaben immer von einem engen Miteinander der Funktionen zwischen Altem Rathaus, dem Sitz des Kulturhaus und der Kirche aus. Alle weiteren zukünftigen Nutzungen müssen sich, wie oben angedeutet, im weiteren Prozess aus der Qualität und dem Charakter des Ortes entwickeln.

Standort: Umfeld und Synergie
Die Stadt- und Hauptkirche kann nicht isoliert vom Umfeld gesehen werden. Ihre zukünftige Nutzung muss der zentrale Impuls zur weiteren Entwicklung des Stadtzentrums sein und vielfältige Synergien auslösen. Sie ist eingebunden in das übergeordnete Konzept einer Entwicklung zwischen dem Zentrum am Dreieck in Guben und dem Raum um die Kirchenruine, dem Zentrum von Gubin. Ein erster Schritt wäre die Wiederbelebung des historischen Marktplatzes im Süden der Kirche. Das Ensemble von Kirche und Rathaus sollte sein Potenzial auch für den Tourismus nutzbar machen.

Prozess: Bausteine und Phasen
In Konsequenz aus den bisherigen Sicherungsarbeiten und dem notwendigen Aufwand weiterer Untersuchungen muss die Projektentwicklung auf verschiedenen Ebenen, Phasen und in unterschiedlichen, sich ergänzenden Bausteinen angelegt werden. Einige Bereiche lassen sich schneller realisieren (Turm), andere brauchen vertiefende Untersuchungen und langen Atem (Sicherung und Entwicklung Kirche). Jeder Bereich für sich wird aber als Bestandteil des Gesamtprozess betrachtet.
Die Verbindung zum Kulturhaus im Alten Rathaus ermöglicht eine Entwicklung in Bausteinen. Raumangebote und Funktionen in beiden Gebäuden können sich gegenseitig ergänzen. Entsprechend ist eine Sanierung der Stadt- und Hauptkirche in mehreren Etappen möglich und sinnvoll.

Zusammengefasst stehen zwei Leitgedanken über dem Entwicklungskonzept:
• Lokaler Nutzen, regionale Bedeutung, überregionale Ausstrahlung
• Der Weg ist das Ziel, vorhandene Kräfte binden und machbare Ziele anstreben


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